Kulturní dědictví
Leitomischl
Schlossareal in Litomyšl
Das Schloss in Litomyšl (Leitomischl) und die Gebäude, die zu ihm gehören, wurden 1999 in die Liste des Weltkulturerbes UNESCO eingetragen. Sollte man sich mit der Geschichte dieser altertümlichen Sehenswürdigkeit beschäftigen, müsste man bis ins 10. Jh. zurückkehren, nämlich in das Jahr 981.
Gerade aus dieser Zeit stammt die erste Erwähnung, damals ging es noch um eine Grenzburg. Sie war ein gewisser Vorläufer des heutigen Schlosses, das erst 1568 erbaut wurde. Das Schloss hatte aber einen traurigen Schicksaal, denn es brannte 1775 aus. Am Ende des 18. Jh. wurde es jedoch wieder rekonstruiert.
Das Schloss prahlt mit seinen wunderschönen Interieurs und auch mit einem Kronleuchter, der hier für Miloš Formans Film Amadeus hergestellt wurde und der später in einem der Säle sehr geschmacksvoll untergebracht wurde. Von den ursprünglichen Kronleuchtern sind übrigens nur zwei erhalten. In den Kellerräumen des Schlosses kann man eine Statuenausstellung besichtigen und im zweiten Stock schöne Werke, die ein Bestandteil der städtischen Gemäldegalerie sind. Für die Liebhaber der architektonischen Kunst ist das Museum der antiken Bildhauerkunst und Architektur empfehlenswert.
Barocktheater
Ein wichtiger Teil des Schlosses ist auch ein kleines Barocktheater, das sich im Erdgeschoss befindet. Diese einzigartige Kollektion von Kulissen und verschiedener mit der Bühne zusammenhängenden Dekorationen ist das Werk von Josef Platzer. Wenn Sie denken, dass in das Theater Schauspieler eingeladen wurden, irren sie sich, denn die Herren von Wallenstein spielten hier Schauspiele für ihre Bekannten, die sie hierher ziemlich oft einluden. Das Theater dient auch heute unterschiedlichen Kulturveranstaltungen.
Schlossbrauerei
Ein weiterer Bestandteil des Schlosses ist die Schlossbrauerei, die hier die Herren von Pernstein im Jahre 1585 errichten ließen. In den Jahren 1629 bis 1630 wurde die Brauerei umgebaut. Die Herren von Pernstein gewannen 1629 von den hiesigen Bürgern das Recht, Bier brauen zu dürfen. Die Erträge waren sehr hoch, und deshalb wurde beschlossen, dass man die Brauerei erweitert. Nach der Erweiterung entstand aus der ursprünglichen Brauerei ein architektonisch sehr interessantes Gebäude. Interessant waren besonders die neuromanische Gestaltung aus dem Jahr 1860 und die nach F. M. Kaňka durchgeführte Barockumgestaltung der Interieurs. Aus der Brauerei wurde ein gewisses Gegenteil zum Schloss selbst. Erhalten ist auch die Sgraffito-Verzierung, die in der Empireepoche entstand, als hier Graf Jiří Josef Wallenstein lebte. Gerade in dem Gebäude der heutigen Brauerei wurde einer der größten Komponisten der tschechischen ernsten Musik, Bedřich Smetana, geboren.
Heutzutage befindet sich in der ehemaligen Brauerei der europäische Verein YMCA. Es treffen sich hier junge Leute aus der ganzen Welt und werden hier geschult. Im Saal der Brauerei werden verschiedene Vorträge und kleine Konzerte ernster Musik organisiert.



